LANCOM 1781VA: Verbesserte Kühlung

Gespeichert von Michael Kirgus am Mi., 06.01.2021 - 18:35

Der Router 1781VA von LANCOM Systems ist zwar sowieso bereits in einem Rack montiert und 3 140mm-Lüfter ziehen die Luft von vorne nach hinten durch das Rack, allerdings hatte ich in den letzten Monaten immer wieder kurze Verbindungsabbrüche auf dem integrierten VDSL-Modem. Als ich im LCOS-Menübaum die Temperatur des Modems (Status/VDSL/Modem/Temperatur[gradC]) prüfte, war diese sehr hoch. Ich fand Artikel, in welchen eine zu hohe Temperatur des Modem-Chips zu Abbrüchen bzw. Reboots des Modems führen.

Bei einem VDSL100-Leitung führt dies dann natürlich auch zu dem vollständigen Durchlaufen des Handshakes sowie des DSL-Trainings, was unter Umständen mehrere Minuten Zeit beanspruchen kann.

Ich überlegte also, wie ich die Temperatur des Routers (und vor allem des Modem-Chipsatzes) dauerhaft reduzieren konnte. Da ich wenige Bilder der Platine des Routers im Internet finden konnte, schaute ich einfach mal selbst in den Router (Hardware-Release MOD C0).

Es stelle sich heraus, dass zwar die CPU sowie der Coprozessor mit einem Kühlkörper versehen ist, nicht aber der Lantiq-VRX200, welcher in dem Router als Modem fungiert.

Ich hatte noch einige Kühlkörper von einem Raspberry Pi-Projekt rumliegen, welche ganz gut von der Größe auf die Chips und Spannungswandler passten. Hier ist es natürlich wichtig, das die Kühlkörper nicht zu hoch sind, damit später das Kunststoff-Gehäuse des Routers auch wieder sauber montiert werden kann. Etwas Luft sollte noch zwischen dem Kühlkörper und dem Deckel bleiben, damit die aufsteigende Wärme auch gut abgeführt werden kann.

Achtung: Bei diesem Eingriff erlischt unter Umständen die Garantie des Gerätes. Der Autor übernimmt keinerlei Gewährleitung für Schäden durch diese Änderung.

So sah dann das fertige "Kunstwerk" aus:

Platine mit Gehäusedeckel

Und hier nochmal die "getunte" Platine im Detail:

Platine im Detail

Eine weitere Möglichkeit wäre zusätzlich, die gelochten Seitenteile vollständig mit Löchern zu versehen sowie in die Platte der Interfaces (Ethernet, VDSL) im oberen Bereich Löcher zu bohren um ein besseres entweichen der Luft nach hinten zu gewährleisten.

Nach der Modifizierung war das Modem nun um einiges kühler (48 Grad) und selbst die CPU (bei dem Öffnen habe ich auch gleich den Staub von der vorhandenen Kühlkörpern entfernt) war um die 4 Grad kühler (44 Grad).

Es ist also durchaus sinnvoll, falls sich der Router nicht in einem speziellen temperierten und staubreduzierten Raum befindet diesen einmal im Jahr zu öffnen bzw. zumindest mit Druckluft in die Luftlöscher seitlich zu blasen.

In Zukunft werde ich die Reinigung 1-2 Mal im Jahr durchführen, damit der Staub nicht nach und nach die Kühlkörper und Bauteile zusetzt und somit die Wärmeableitung nicht zu sehr fällt.

Grundlegend ist das Gehäuse sehr wartungsfreundlich und lässt sich mit den 4 Schrauben unter den Gummi-Standbeinen relativ einfach auseinanderbauen und auch wieder sauber zusammensetzen.

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